Fakt Nummer 2 über Israel – wir dürfen bei einem erneuten Genozid an den Palästinensern nicht zusehen!

Sollte ich abgestumpft bei meinen gelegentlichen Ausflügen auf http://www.aljazeera.com/watch_now/ zusehen, wie sich wieder ein Genozid anbahnt? Nein, das ist mir nicht möglich – und meine „Waffen“ sind nun mal Worte und Gedanken.

Hier «Fakt Nummer 2» über Israel:

««Als der politische Zionismus aus dem Buch Theodor Herzls über den «Jüdischen Staat» (1896) klar formuliert wurde, wurde das Vorhandensein eines Volkes in Palästina überhaupt nicht berücksichtigt.

Dies Vorhandensein wird nicht einmal erwähnt, weder in dem Buch Herzls noch auf den Gründungsversammlungen der zionistischen Weltbewegung. Das Nichtvorhandensein dieses Volkes ist eines der Grundpostulate des Zionismus, und dieses Postulat findet sich an der Wurzel aller weiteren Verbrechen.

Golda Meir erklärte in der «Sunday Times» vom 15. Juni 1969: „Es gibt keine Palästinenser. Da ist nicht etwas ein palästinensisches Volk in Palästina, das sich selbst als palästinensisches Volk betrachtet. Als ob wir gekommen wären um sie vor die Tür zu setzen und ihnen ihr Land zu nehmen. Sie existieren nicht!“

Als Einstein Weizmann fragte (Weizmann war damals einer der Leiter der zionistischen Weltorganisation): „Was wird aus den Arabern, wenn Palästina den Juden gegeben wird?“, antwortete Weizmann: „Welche Araber? Sie zählen so wenig! (“They are hardly of any consequence)“ (Quelle: Israel Zangwill: The return to Palestine. New liberal review, Seite 627, Dez. 2001)

Professor Benzion Dinur, der der erste Minister für Nationale Erziehung des Staates Israel wurde, ein guter Freund des Gründers des Staates Israel, Ben Gurion, schreibt 1954 in seiner Einführung zur «Geschichte der Haganah», veröffentlicht von der zionistischen Weltorganisation: „In unserem Land ist nur Raum für die Juden. Wir werden Arabern sagen: Verdrückt euch! Sind sie nicht einverstanden, leisten sie Widerstand, dann werden wir sie mit Gewalt vertreiben.“

Die Realität der Bevölkerungszusammensetzung war damals jedoch eine andere: Nach einer englischen Volkszählung vom 21.12.1922 gab es in Palästina 757000 Einwohner, davon 663000 Araber (590000 muslimische und 73000 christliche Araber) und nur 83000 Juden. »»

Die Parallele zu der Besiedlung der heute USA genannten Region ist frappierend – angeblich gab es dort auch nur einige wenige Wilde…

 

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Ein mörderisches Zwillingspaar – über die unheilige Allianz des Mörderduos USA und Israel

Völkerrechtswidrige Aggressionen und Einsatz brutalster Militärgewalt verbinden das Zwillingspaar USA und Israel – Obama, ohne Schamgefühl Inhaber des Friedensnobelpreises, sichert „uneingeschränkte Solidarität“ mit Netanjahus Mörderbanden zu – was für ein Szenario!

Aber überraschend? Nein. Eine Nation (USA), die nach einem verbrecherischen Akt der terroristischen Anschläge von 9/11 (aber eben: einem verbrecherischen, nämlich nach Strafgesetzbuch abzuhandeln und nicht nach dem Kriegsrecht) ein anderes Land (Afghanistan) überfällt, macht sich gemein mit Israel, das nach verbrecherischen Akten einiger weniger (Palästinenser) ebenfalls eine Region (Gaza) in Geiselhaft nimmt.

Wer als US-Politiker nicht in der Lage ist, die tollwütigen zionistischen Hunde in der israelischen Regierung 2014 in Zaum zu halten, entlarvt sich als Marionette der jüdischen US-Lobby.

Die Weltbevölkerung wird es allmählich satt sein zuzusehen, wie ein winziger, aggressiver, arroganter, auf einem Verbrechen der widerrechtlichen und völkerrechtswidrigen Landnahme fußender Staat eine ganze Region demütigt und ausblutet.

Es war schon eine Unverschämtheit des Völkerbundes, über diese Weltregion zu befinden, und dann eine Unverschämtheit Großbritanniens, 1920, ganz im alten, kolonialistischen Sinne, das Mandat des Völkerbundes anzunehmen.

Generationen von Schulkindern wird heute noch erzählt, die «armen Juden» mußten nach dem Holocaust 1948 endlich und unbedingt eine sichere, neue Heimat finden – der Grundstein für diesen Deal wurde bereits 1920 gelegt, als Adolf noch Schilder malte…

Allen Historikern ist dies bekannt, und auch allen Politikern der höheren Ränge (sind ja keine Dummköpfe, benehmen sich höchstens so).

Wir Zentraleuropäer haben das angestachelt, den Grundstein zu dem gelegt, was heute dort in der Region geschieht, die wir überheblich und eurozentrisch den „nahen und mittleren Oste“ nennen. Und wir Zentraleuropäer sollten zu dieser Fehlentscheidung stehen, nicht bereits Golda Meir, die sich nicht schämte, sich als Terroristin und Völker mordende, zynische Machtpolitikerin schon bei Israels Staatsgründung zu outen.

Diese Massenmörderin sagte der «Sunday Times» am 15. Juni 1969: „Es gibt keine Palästinenser. Da ist nicht etwas ein palästinensisches Volk in Palästina, das sich selbst als palästinensisches Volk betrachtet. Als ob wir gekommen wären, um sie vor die Tür zu setzen. Sie existieren nicht.“

Israelische Politiker Kriegsverbrecher? Ja, schon in den 1970er, so wie heute: Reverend Forrest berichtet in seinem Buch «The Unholy Land» (Mac Leiland Stewart, Toronto-Montreal 1971), daß er von preßbyterianischen Kirchen mit einem Bericht über die palästinensischen Flüchtlinge beauftragt war, in dem er, belegt durch Fotos, den Beweis für die Verwendung von Napalm durch die Israelis erbrachte.“ (Quelle: Roger Garaudy, Der Fall Israel, Dialogpress. Fußnote 1 S. 173

Napalm … da war doch was … Vietnam? Wie kommt Israel an Napalm…???

Es wird Zeit für eine große Abrechnung mit den beiden größten weltpolitischen Risikoländern USA und Israel.

Den Haag hat Platz für die Mespoke zwischen Washington und Jerusalem, wenn nicht, bauen wir an, wie wäre das? Da würde selbst ich als Geistesarbeiter zur Maurerkelle greifen (Schwerter zu Maurerkellen…)

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Mörder, Mörder über alles – warum Krimi über Krimi im Öffentlich-Rechtlichen?

Schriftsteller seien die Gewissenbisse der Menschheit, soll Marie Ebner-Eschenbach gesagt haben – dann erlaube ich mir jetzt wieder mal zuzubeißen:

Mir stockte soeben der Atem, als ich auf der Webseite des Senders SWR1 die Meldung sah: „So war die große Tatort-Premiere“ und dann las: „Eine Frau wird ermordet. DNA-Spuren deuten auf ihren Ex-Mann als Mörder hin. Doch der hat ein Superalibi. Er sitzt im Gefängnis. So beginnt der neue Stuttgarter Tatort „Freigang“.

Besonders pikant: Es wird ein Foto gezeigt, auf dem ein Mann (vermutlich der Vater) neben zwei kleinen Kindern gezeigt wird, einem Mädchen von hinten fotografiert und einem kleinen Jungen, der den Kopf schrägt legt und … Faxen macht…

Davor Hunderte von Menschen, die auf die große Public-viewing-Leinwand starren – wie pervers ist unsere deutsche Gesellschaft geworden, bitte???!

Wir sogenannten Erwachsenen entsetzen uns darüber, wenn in der Nachbarschaft eine Frau, die wir persönlich kennen, vergewaltigt und ermordet wird, aber haben nichts Besseres zu tun, als unseren Kindern auf Großleinwand, wie bei einem Fußball-Gruppenevent, im Detail zu zeigen, wie das mit der Morderei genau geht, weil es ja «nur» ein Film ist?

Nun könnte jemand ironisch anmerken: „Na ja, die Kinder so früh wie möglich mit der Realität vertraut machen, das ist moderne Pädagogik!“

Nur, daß für Kinder die TV-Show eben NICHT Realität ist, sondern klar als Show erkannt wird – und genau dies ist das Perverse: Grausamkeiten, Brutalität als selbstverständlichen medialen Teil unseres Alltags zu inszenieren. Die Hemmschwelle zur Gewalt sinkt, wenn ich sehe, daß um mich herum Gewalt in den Alltag integriert ist, ob medial, irreal oder real.

Interessant wird die Frage: „Wer hat überhaupt letztendlich etwas von dieser großen Show, von den vielen Krimis, die da über uns ausgegossen werden allwöchentlich und jetzt sogar neuerdings auf den Marktplätzen unserer Städte?“ Brot und Spiele, und das war´s?

Die Antwort ist einfach: Es ist die Medienbranche, in der inzwischen mehr Millionen kaltblütig absahnende Verbrecher sitzen als in der gesamten italienischen Mafia zusammengenommen.

Denn wem es einen Dreck schert, ob sie oder er Gewaltszenen kolportiert, ja, wer daran sogar noch Gefallen findet und sich dafür bezahlen läßt, solche zu denken, zu planen, zu schreiben und zu spielen, handelt so verbrecherisch verantwortungslos wie der Mafiosi, den doch die Folgen seiner Handlung nur insofern interessieren, als sie ihn bitte nicht einholen mögen.

Und die größte Frechheit: Das Ganze wird aus meinen Rundfunk/TV-Gebühren finanziert, ob ich Mord verabscheue oder nicht!

Ein interessantes Argument ist natürlich: Einen Hitchcock, einen Edgar Wallace schauten unsere Väter und Mütter doch auch begierig an, oder? Oder „Das Halstuch“ von Durbridge, das damals Deutschlands Strassen leer fegte. Oder einen BOND, in dem es ja auch nicht gerade zimperlich zugeht. Oder .. oder …oder…

Ich möchte wieder einmal, nach all den vielen verantwortlichen Geistern von Joachim Fest, Konrad Lorenz, Hacker usw. (oh je, meine Bibliothek quillt über mit Büchern zu dieser Frage, ob der Mensch an sich böse ist) die Diskussion darüber anstoßen, ob quälen bis kaltblütig Töten wirklich sozusagen humanimmanent ist, sozusagen eine menschliche Konstante, oder ob wir jetzt nicht in einer Periode leben, in der wir doch endlich einmal reflektiert und nachdenklich und sorgsam und LIEBEVOLL mit dem möglichen Aggressionsgerümpel in uns aufräumen könnten und sollten, um den von unseren ungebremsten Aggressionen langsam ausblutenden Planeten zu … befrieden…?

Eine einfache, ernüchternde Antwort könnte lauten: Es ist uns Deutschen einfach langweilig, nach der Arbeit und vor der Arbeit, erstens. Und zweitens ist Bücher lesen, sich weiterbilden, Ruhe und Frieden in einen besonnen Alltag zu bringen beileibe nicht so einfach, wie die Kids zu packen und zum Marktplatz zu marschieren.

Da hat Papi erstens seine Ruhe für einige Zeit, die Kids denken, he, we cool („Paps, kaufst du mir ´nen Döner“) und die Seele ist entlastet.

Es gilt das, was bei der Planung von Atomkraftwerken galt: „Langzeitfolgen? Na ja, der Name sagt es ja schon, Langzeit! Noch Fragen?!“

Danke für eure Kommentare, auch und besonders die kritischen – wo liege ich falsch?

http://www.swr.de/swr1/bw/-/id=233362/18u3ytd/index.html

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Offener Breif an Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

als ich Ihr Interview mit der «Wirtschaftswoche» zum Thema «Leistungsträger» las, war ich verwundert, daß Sie Ihr Zahlenbeispiel nicht in seiner letzten Konsequenz erläuterten:

„Zur Realität, die von der Linken verschwiegen wird, gehört, daß zehn Prozent der Beschäftigten die Hälfte des Aufkommens der Einkommensteuer leisten.“

Denn im Klartext bedeutet Ihre Aussage doch, daß diese zehn Prozent so ungeheuerlich viel kassieren (nicht «verdienen», oh nein, das sollten Sie aufgrund der ins Auge stechenden Fehlleistungen der von Ihnen als «Leistungsträger» bezeichneten Herren bitte nicht behaupten, von Mehdorn über Herrn Limburg-Bischof bis Wowereit!), daß sie fünfzig Prozent beitragen können.

Die Bäckereifachverkäuferin um die Ecke, die für fünf Euro fünfzig die Stunde ackert, KANN doch gar nicht mehr beitragen als Herr Mehrdorn, selbst wenn sie wollte!

Back to reality, Frau Bundeskanzlerin: Die von Ihnen ach so gerne als Musterbeispiel genannte schwäbische Hausfrau hat vielleicht einen (schwäbischen) Mann, der Betriebsrat ist (der arme Kerl!).

Er ist Facharbeiter, meinetwegen.

Also ein Berufsstand, der zwar – nach Ihrer Definition – noch lange kein Leistungsträger ist. Warum nicht? Nun, er könnte ja nicht das Land verlassen, weil er ein schwäbisch – erarbeitetes kleines Häuschen besitzt, irgendwo auf der schwäbischen Alb, und dort seine Wurzeln hat, oder?

Aber sein Chef, he, der könnte über Nacht abhauen und dem schwäbischen Facharbeiter und seiner schwäbischen Hausfrau die Existenzgrundlage entziehen – worst case szenario!!

Denn Ihre Worte hier: „Wenn diese Leistungsträger entmutigt werden und das Land verlassen, dann haben wir statistisch gesehen zwar mehr Gleichheit und weniger Armut, aber dem Land und vor allem den Schwachen geht es viel schlechter als vorher“.

Frau Bundeskanzlerin, bei allem Respekt: Wen vertreten Sie eigentlich hic et nunc in diesem Land? Die Menschen, deren Würde laut Paragraph eins unseres Grundgesetzes unantastbar ist?

Muß es immer wieder der SPIEGEL sein, der auf Mißstände in unserem Land hinweist, wie aktuell wieder auf die Ungeheuerlichkeit, daß in einem Land, das in einer Koalition mit einer Partei, bei der das C vorne steht, Betriebsräte gemobbt werden dürfen, ganz legal?

Schämen Sie sich nicht, Frau Bundeskanzlerin, sich als Vorsitzende einer Partei zu bezeichnen, die sich auf den Herrn Jesus Christus beruft, als Pastorentochter soziale Kälte in unserem Land mit der Raute vor dem Bauch zu kommentieren?

„Wer, wie die Linken, die Wirtschaft unter Generalverdacht stellt, schadet unserem Gemeinwesen.“ (Ihr Kommentar im Interview mit der «WIRTSCHAFTSWOCHE»

Frau Bundeskanzlerin, ich muß gestehen, daß ich mich Tag für Tag mehr dafür schäme, daß Sie und die von Ihnen «geführte» ??? Regierung den Begriff «sozial» verwenden – es erscheint mir inzwischen so, als würde Al-Quaida behaupten, sich für die Rechte der Frauen einzusetzen.

Zuzugeben, daß Sie die Komplexität des Weltgeschehens nicht mehr überschauen, geschweige denn verwalten können, wäre der erste Schritt.

Zuzugeben, daß der Druck der Lobbyisten auf Sie persönlich so groß ist, daß Sie resignierten, der zweite.

Zuzugeben, daß Sie MENSCH sind, Frau Bundeskanzlerin, DAS wäre der Befreiungsschlag, der dringend notwendig ist!

Denn dann hätten Sie auf einen Schlag uns – das Volk – wieder auf Ihrer Seite.

Denn wir mögen Sie, Angela, wirklich, wir mögen Sie.

Aber wir zaudern, weil wir fragen, ob wir Ihnen trauen können: Sind Sie, Angela Merkel, vereidigt darauf, dem Wohle des Volkes zu dienen, wirklich noch auf unserer Seite?

Per Fax an das Bundeskanzleramt gesandt, grüßt Sie

Ein Bürger des Staates, dem Sie in der Exekutive vorstehen

 Hugh Lorenz

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Mord & Totschlag…

Lebe ich in einer anderen Realität als die Mehrheit meiner Mitmenschen????

Freitag Abend. Alle schimpfen auf Putin, Krieg ist angeblich geächtet, nur keine Gewalt, kein Blutvergießen!

Dann werfe ich einen Blick aufs Fernsehprogramm. Ach ja, Freitagskrimi … am Sonntag, glaube ich, «Tatort», höchste Einschaltquoten.

Als ich ein kleiner Junge war, lief von Mr. Durbridge «Das Halstuch» im (damals noch neuen) Schwarzweiß-TV. Kaltblütiger Mord, brutal in Szene gesetzt.

Die Strassen waren damals leergefegt zur Sendezeit…

Mord, je grausamer, blutiger, um so besser, scheint kein Problem zu sein, wenn wir mit Dosenbier und Chips vor der Glotze sitzen, da kann es nicht pervers genug zugehen.

Wann verstehen wir endlich den Zusammenhang zwischen dem, was in unseren Köpfen vorgeht, was wir uns in unserer Phantasie vorstellen, als wäre es absolut ungefährlich  und dem, was dann uns unsere Realität spiegelt?

Tolstoi, überzeugter Vegetarier, schrieb in sein Tagebuch: „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben“

Was er meinte, ist klar: Solange Morden, selbst an Tieren, alltäglich ist, ist es generell alltäglich.

Ja, ich lebe in einer anderen Realität als die Mehrheit meiner Mitmenschen.

Ich schäme mich für jeden Mord, der auf diesem Planeten geschieht, ich schäme mich für jeden Akt der Aggression, ich schäme mich dafür, daß wir heucheln: Mord am Bildschirm – „he, vollkrass, geil, Mann!“

Mord in der Nachbarschaft? „He, wenn ich die Sau erwische, die meine Nachbarin vergewaltigt und dann umgebracht hat…“

Wie krank sind wir, liebe deutsche Gesellschaft?

Schönes blutiges Wochenende wünsche ich und lasse mich gerne über eure Kommentare belehren, daß das eine mit dem anderen doch nichts zu tun hat…

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Afrika leidet – aber…

Polemik und Tränendrüsendrücken.

Zweifellos erschütternde Bilder, zweifellos erschütternde Einzelschicksale.

Allerdings ist dem Kommentar, unser Wohlstand sei «der Tod dieser Flüchtlinge», absolut zu widersprechen – wieder einmal wird nämlich nicht auf die wirklich zentrale Ursache von Krieg, Armut, Ausbeutung in Afrika, aber auch weltweit hingewiesen, nämlich auf die sich durch die gesamte bisher rekonstruierte Menschheitsgeschichte kaum veränderten Verhaltensmuster von uns Männern, die sich in Afrika besonders und extrem negativ auswirken.

Denn nicht die Tatsache, daß ich, der ach so privilegierte Herr Lorenz, in Deutschland 2014 ein modernes Auto fahren kann (könnte…), krankenversichert bin, im Supermarkt unter 26 Joghurtsorten wählen und mir einen BOSS-Anzug kaufen kann, führt in anderen Ländern zur Armut.

Die Grundlagen für Wohlstand

Erwirtschaftet haben wir Europäer zwar damals, in der Kolonialzeit, unseren Reichtum auf Kosten ausgebeuteter Regionen und Menschen, zugegeben. Das war eine Zeit, für die wir uns schämen müssen, vor allem Spanier, Engländer und Franzosen, aber auch wir Deutschen (es entstanden ja damals z.B. in ganz Deutschland Läden, die «Kolonialwarenladen» hießen, ich mag mich noch daran erinnern, daß die immer noch so hießen, als ich Kind war, 1949 geboren).

Aber wir Europäer haben aus der Geschichte gelernt, haben politische Systeme, Sozialsysteme, Wertsysteme, unser Selbstverständnis in langen Jahrzehnten zivilisiert, befriedet;

haben durch diszipliniertes Arbeiten auf allen Ebenen, im Mikro- und im Makrobereich der Wirtschaft und der Administration genau den Wohlstand erarbeitet, den wir heute hier genießen dürfen. Wir haben gelernt, daß es um Kooperation geht und nicht um Konfrontation, wenn menschliche Gemeinschaften etwas erreichen wollen.

Und wir haben Gerüste gebaut, mit denen weltweit gültige Leitplanken für allgemeinen Wohlstand geschaffen werden können – die UNO, die UNESCO, den IWF und die UNICEF zum Beispiel.

Als ehemaliger Nürnberger bin ich stolz, daß dort, an dem Ort, den Adolf ja so liebte, die «Charta der Menschenrechte» nach dem Desaster zweier sog. Weltkriege formuliert wurde – wir Europäer haben an einer Verbesserung der Lebensbedingungen, an einer Humanisierung des Alltags von Millionen hart gearbeitet!

Also kein Grund, sich zu schämen, sondern eher einer, stolz zu sein auf die Leistung unserer Großeltern und Eltern und auf unsere eigene, heute, die diese Strukturen ja durch unsere tägliche Arbeit am Leben erhält.

Afrikanisches Jammern

Das Beispiel aufstrebender Staaten Asiens zeigt ja, daß von der europäischen und amerikanischen Lebensweise durchaus in anderen Regionen der Welt zu profitieren ist: Durch unsere Nachfrage gelangt dauerhaft Arbeit in Regionen und für Menschen, denen vorher eben kein regelmäßiges Einkommen möglich war, außer in der Landwirtschaft.

Und es gelangt damit zugleich wissen, Know how, die Vermittlung von Fähigkeiten in diese Regionen – so sie denn fähig sind, solches zu absorbieren.

Abgesehen von Naturkatastrophen (bei denen inzwischen aber in aller Regel rasch internationale Hilfe zur Stelle ist) liegt die Wurzel für Armut in Afrika eben gerade nicht darin, daß Europa oder die USA konsumieren, was das Zeug hält. Es wäre nämlich auch für Afrika eine Chance, es den Asiaten gleich zu tun und von der sogenannten «westlichen» Nachfrage, dem ach so verteufeltem Konsum, zu profitieren!

Männer sind das Problem Afrikas

Durchaus willige und fleißige Afrikanerinnen (und gelegentlich auch afrikanische Männer, meine persönliche Erfahrung sagt, das wäre so etwa ein Drittel der afrikanischen männlichen Bevölkerung) würde es liebend gerne den fleißigen Asiaten gleichtun – aber sie erhalten dazu gar keine Chance, weil diktatorische, ausbeuterische, korrupte Führungen bis hinab in die regionalen Verwaltungen die Möglichkeiten hierzu ersticken.

Als ich in den 1980ern in Khartum im entsprechenden Ministerium saß, das für Waffeneinkäufe zuständig war (als Begleiter eines Waffenhändlers, da meine sudanesischen Kontakte das Treffen ermöglichten) und mir, wieder einmal, vor Augen geführt wurde, worum es eigentlich geht bei Geschäften «zwischen Männern», war dies Anlaß für mich, afrikanische Probleme zu hinterfragen.

Nachdem ich durch meinen Vater ja selbst schwarzafrikanische Wurzeln habe, ist dies wohl nicht als rassistischer Ansatz zu werten.

(Skpye)Gespräche mit Freunden aus Schwarzafrika, die, über den Globus verteilt, heute im Wirtschaftsalltag des 21. Jahrhunderts stehen, die durch und in ihrem Alltag Brücken schlagen zwischen sozialpsychologisch gesehen meilenweit getrennten Kulturen, bestätigen mir genau dies: Die Mentalität des «durchschnittlichen» afrikanischen Mannes, der eben immer noch lieber mit seinesgleichen gemütlich am Marktplatz zusammen sitzen würde und palavern, während die Frauen dafür sorgen, daß genügend Hirsebrei da ist und der Haushalt läuft, ist in Afrika noch so weit verwurzelt, daß Jahrhunderte innerhalb weniger Jahre übersprungen werden müßten, um dies zu ändern.

Jemanden, der sich, so wie ich das seit über zwei Jahrzehnten tue, mit dem Patriarchat beschäftigt, erschüttern die Bilder flüchtender Afrikaner nicht in dem Maße, in dem sie möglicherweise andere bewegen. Die Weltgeschichte zeigt auf, daß Männer- man nehme das Beispiel des kalifornischen Goldrauschs – sich immer auf Reisen begeben haben, um ihren Familien daheim das Überleben zu ermöglichen. Ein durchaus ehrenwerter Ansatz, der allen Respekt verdient, den ich hiermit all den Opfern bezeuge, die bei diesem Versuch scheiterten und mit ihrem Leben bezahlten.

All business is local

Wären diese Männer jedoch zuhause geblieben, nachts in den Armen ihrer Frauen, die sie befriedigen und befrieden könnten, bei ihren Kindern, die Männer brauchen, um ausgewogen in die Gesellschaft hineinzuwachsen, wäre das mehr, als monatlich aus Italien, Spanien, Griechenland das Geld für eine Handvoll Hirse nach Hause senden zu können.

Gelänge es diesen Männern, in ihrer angestammten Region die verkrusteten, patriarchalischen Strukturen aufzubrechen, durchzusetzen, daß klein Abiola, klein Angabluu oder klein Badu nicht mehr «klein» wären, sondern den Altvordern zeigen würden, daß eine neue Zeit angebrochen ist, in denen eben nicht mehr das Alter, sondern die Kompetenz soziale Gemeinschaften leiten sollte, müßten diese Männern nicht über Stacheldrahtzäune klettern und sich entwürdigen als Bittsteller an Europas Haustüren.

Reformhaus Adam

Mein Fazit: Wir Männer müssen uns reformieren, weltweit. Wirklichen Frieden kann es nur geben, wenn wir MÄNNER befriedet sind – und das hat auch mit «Befriedigung» zu tun.

In meinem leicht lesbaren und nur 112 Seiten umfassenden Buch «Reformhaus Adam – Navigationshilfen für das schwache Geschlecht» wagte ich den Versuch, als Mann uns Männern auf diesem Weg zu helfen.

Für den afrikanischen Mann ein schwieriger Weg, vor Ort mit dem Aufräumen zu beginnen. Aber das wäre gefahrloser, als sich von Schleppern über Tausende von Kilometern für ein Abenteuer begeistern zu lassen, das nur mit einem Mißerfolg enden kann.

Afrika braucht endlich Männer, die zu ihrer Verantwortung stehen. Die nicht nur Kinder in die Welt setzen, von denen sie dann nichts mehr wissen wollen;

die sich nicht in pubertäre Vorstellungen einer Welt versetzen, wie sie nicht ist und dies nicht durch Flucht in neue Illusionen zu erreichen versuchen, sondern durch ein sich den Gegebenheiten anpassen vor Ort – und die sich endlich selbst reformieren.

Männer, die diese Definition verdienen – Afrikas Chance?

Die Zusammenfassung meiner Gedanken finden Sie hier:

http://www.amazon.de/Reformhaus-Adam-Navigationshilfen-schwache-Geschlecht/dp/3939604275/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1397982278&sr=8-1&keywords=reformhaus+adam

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Warum Adam Insolvenz anmelden sollte

Den Geldwechslern in Italien zu Zeiten der Renaissance, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen konnten, wurden ihre Wechseltische zerschlagen, ein Akt, der dann «banca rotta» genannt wurde.

In unseren Tagen gibt man eine Insolvenzerklärung ab, erklärt damit seine Zahlungsunfähigkeit, was ja rein etymologisch die selbe Wurzel hat („solvere“ = zahlen, zahlen können).

Ich möchte hiermit in aller Öffentlichkeit und im Namen meiner Geschlechtsgenossen eine vorläufige Bankrotterklärung abgeben, vorsichtshalber schon mal Insolvenz anmelden:

Es ist uns Männern in der historisch nachvollziehbaren Periode bisher nicht gelungen, ein friedvolles und für alle in diesem Gemeinwesen lebenden menschlichen und tierischen Wesen funktionierendes Sozialsystem zu organisieren

es ist uns Männern nicht gelungen, trotz exzellenter Fortschritte in Technik und Wissenschaft, trotz großartiger Leistungen des Geistes, trotz herausragender Impulse aus Kunst, Literatur, Philosophie und Medizin für alle lebenden Menschen und Tiere auf unserem Planeten einen Alltag in Frieden, Hygiene, Sicherheit und Lebensfreude zu gestalten.

Es ist uns Männern nur sehr, sehr selten gelungen, uns von unseren kleinen, engstirnigen Egos zu lösen;

es ist uns Männern nicht gelungen, den Widerspruch aufzulösen zwischen der Behauptung, wir würden unsere Kinder und Enkel lieben, während wir zugleich deren Lebensgrundlagen egoistisch und auf unser eigenes leben und darüber hinaus auf nichts anderes, täglich zerstören (wodurch? Na, wer das nicht sieht, ist blind, taub und gefühllos).

Es ist uns Männern nicht gelungen, einen Alltag zu gestalten, in dem nicht gelogen werden muß;

es gelingt uns Männern nur selten, mit unserem Testosteronspiegel so umzugehen, daß er sich in Liebe äußert anstatt in Aggression oder primitivem 10-Minuten-Sex.

Es ist uns Männern nicht gelungen, ruhige, neugierige, dem anderen zugewandte Kommunikation zu lernen und lehren;

es ist uns Männern nicht gelungen, mit anderen Männern so zu reden, als seien sie wirklich Brüder, denen man zumindest interessiert zuhört, auch wenn sie anders sind als wir.

Es ist uns Männern nicht gelungen, ernsthaft, nachhaltig und respektvoll auf den Rat von Frauen zu hören, obwohl wir alle von Frauen geboren und meist auch großgezogen wurden / werden.

Es ist uns Männern nicht gelungen zu erkennen, daß Erwachsensein auch bedeutet, daß Spielen in die Freizeit gehört und nicht zum Beruf werden sollte, in welcher Branche auch immer;

Es gelingt aber offensichtlich in diesen kritischen Tagen 2014 aber doch immer mehr Männern, wirklich erwachsen zu werden, was vor allem bedeutet, sorgfältig, besonnen, ruhig und selbstkritisch mit sich selbst umzugehen. Und auch auf andere Männer in ihrem Umfeld einzuwirken, daß auch sie ihre Angst vor sich selbst verlieren und endlich pubertieren, auch wenn sie schon z.B. 50plus sind – daß es solche Wesen auch gibt, macht mir Mut!

P.S. In meinem Umfeld kenne ich mehr als eine Handvoll Wesen mit Glied, die ich im letztgenannten Sinne als Männer bezeichne – wie steht es bei Ihnen – Bankrotterklärung oder Hoffnungsschimmer?

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Herr Schulz und das Trinkwasser

Es geht um eine Äußerung von Herrn Schulz in einer Rede vor der Knesset bezüglich seines Gesprächs mit einem jungen Palästinenser, der klagte, wie groß der Unterschied im Verbrauch von Trinkwasser sei zwischen den Bewohnern Israels und denen Palästinas.

Auch hier sollte in die Diskussion etwas mehr Besonnenheit einkehren, schlage ich vor.

Der keineswegs mit diesen angeblich so präzisen Zahlen verifizierte Wasserverbrauch wäre leicht zu erklären, wenngleich die Gründe auch hier wieder GEGEN den Unrechtsstaat Israel sprechen: Es ist ein leichtes, den Gesamtwasserverbrauch einer Region auf die Kopfzahl der Einwohner umzulegen, aber ungefähr so sinnvoll, als würde man mit dem Gesamtverbrauch an Superbenzin oder Rotwein oder Kaugummi in Deutschland das selbe tun.

So ist es den Palästinensern weitgehend (aufgrund der unterschiedlichsten Barrieren sowie aufgrund von Landmangels) verwehrt, eine dauerhaft florierende Landwirtschaft aufzubauen, wie die Israelis sie (gut bewässert) betreiben – hätten sie eine solche, die Palästinenser, würde auch in den palästinensischen Gebieten der generelle Wasserverbrauch steigen (sofern es die gnadenlosen Israel-Nazis denn zulassen würden, daß das Wasser überhaupt dort fließen darf).

Denn was der Unrechtsstaat Israel bei seiner Gründung kaltblütig machte – zum Beispiel die Übernahme der weltweit berühmten Orangenproduktion, die vorher in Jahrzehnten von fleißigen Palästinensern / Arabern aufgebaut wurde und dann eiskalt als „JAFFA“ und als Leistung fleißiger Juden vermarktet wurde -, brachte Israel auf einen Schlag und ohne eigene Vorleistung Millionengewinne – die aber durch eine von den Palästinensern / Arabern vorher bereits installierte Bewässerung erst möglich wurde / möglich ist.

Dies nur ein Aspekt um zu zeigen: Auch ohne Polemik steht Israel als ein Staat da, dessen Führer sehr wohl mit Vornamen Adolf heißen könnte, betrachtet man die Kaltblütigkeit des Vorgehens der dortigen Regierung gegenüber Minderheiten – und das hat mit dem sehr ehrenwerten Judentum als Religion gar nichts zu tun, geschweige denn mit DEM Juden an sich, denn als sog. Rasse gibt es keine Juden, das weiß jeder, der auch hier bitte wieder mal ins Detail geht, ein Ostjude unterscheidet sich von einem arabischen Juden wie eine Rose von einer Tulpe, von der Stupsnase bei den Aschkenasim im Gegensatz zur klassischen eigentlich arabischen Hakennase über den Körperbau bis zu den Gliedmaßen!

Es ist beschämend, wie eine Minderheit von weltweit geschätzten ca. 15 Millionen Menschen, die sich offiziell als Juden bezeichnen, heute noch den Rest der Welt terrorisieren kann – und seine trinkwasserschwachen Nachbarn, als Staat Israel, längst in KZs gesteckt hätte, würden wir 1933 schreiben.

Ich empfehle jedem die Lektüre von Roger Garaudys „Der Fall Israel“ – unser tapferer Herr Schulz hat es vielleicht gelesen.

Gerne erwarte ich hierzu sachliche Kommentare, die mich vielleicht eines besseren belehren?!

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„Du hast etwas, was ich nicht hab´!“ Mein Beitrag über die größten Kapitalvermögen der Welt

Ein zeitloses Thema, das gerade dazu herausfordert, lauthals zu rufen: „Ungerecht!“.

Permanente und angeblich auf soliden Statistiken fußende Publikationen über die ach so wenigen Menschen, die mit ihrem ach so vielem Geld gnadenlos die Welt regieren, sind immer wieder für eine Tagesmeldung gut, oder? Um von überbordenden Emotion, Neidgefühlen und unqualifizierter Kritik zu einem konstruktivem Umgang mit dieser (Wahrscheinlich)Tatsache zu gelangen, könnten meine folgenden Überlegungen hilfreich sein.

Ich füge hier dazu hier mal zunächst den O-Text einer solch reißerischen Meldung aus dem Internet ein http://german.ruvr.ru/news/2014_01_21/Oxfam-Studie-85-reichste-Menschen-besitzen-so-viel-wie-die-Halfte-der-Weltbevolkerung-9822/:

STIMME RUSSLANDS Das Vermögen der 85 reichsten Menschen der Welt (rund 1,7 Billionen Dollar) entspricht dem Vermögen der ärmsten Hälfte der Weltbevölkerung (rund 3,6 Milliarden Menschen), heißt es in einer Studie der Wohlfahrtsorganisation Oxfam.

Ein Prozent der Bevölkerung besitzt fast die Hälfte des Weltvermögens (46 Prozent), die sich auf 110 Billionen Dollar beläuft. Das ist 65-mal so viel, wie das Vermögen der ärmsten Hälfte der Bevölkerung.

2013 wurden 210 Menschen zu Milliardären. Ihre Zahl stieg auf 1.426 Menschen, und ihr Gesamtvermögen errreichte 5,4 Billionen Dollar.

Abgesehen von eklatanten Rechtschreibfehlern, die sehr auf eine Computerübersetzung oder die Übersetzung aus dem Russischen durch einen deutschen Grundschüler schließen lassen, hier mal meine Fragen:

Wie zum Teufel kommt man an diese tollen Zahlen? Indem man Warren Buffett anruft und fragt: „He, Mann, Warren, alter Junge, nenn´ mir mal rasch ´ne Zahl?“ oder stundenlang offizielle Publikation studiert und deren Zahlen auf meterlangen Tippstreifen addiert und das für bare Münze nimmt? Oxfam – ist das die hochangesehene Nachfolgeorganisation Stalins, der auch keiner Statistik glaubte, die er nicht selbst gefälscht hat?

  1. Warum 85? Wurde das gewürfelt oder einfach gewählt, weil es gut klingt- denn wenn die ominösen Zahlen zum Beispiel auf «die reichsten tausend Menschen» umgelegt würden, klänge ja alles halb so dramatisch!
  2. Auch wäre eine Erklärung des Begriffs «ärmste Hälfte« dienlich? (Klingt ja schon zu Tränen rührend, wenn da «Ärmste» steht, da kann ja nur aufgejault werden, oder was?) Und dann bitte: Hälfte von was? Von allen Armen weltweit oder von was?
    Wenn wir diese (ach wie präzise recherchierten!?) 3,6 Milliarden nehmen und von einer augenblicklich auf 7,2 Milliarden geschätzten Gesamtbevölkerung ausgehen, dämmert, daß behauptet wird, jeder 2. Mensch weltweit lebe «in Armut» – was dem Weltarmutsbericht der UN eindeutig widerspricht. Eine solide Quellenangabe für diese dreiste Behauptung wäre auch hier hilfreich.
  3. Was fehlt, ist auch eine präzise Definition des terminus technicus «Weltvermögen» – oh je, dem Betriebs- und Volkswirtschaftler in mir sträuben sich die Schamhaare! Was für ein Genie muß hinter diesen Berechnungen stecken, die ein «Weltvermögen« errechnen können und das mit dieser beeindruckenden Präzision von 110 Billionen Dollar beziffert– diese Koryphäe möchte ich kennenlernen dürfen, bitte! Eine Quellenangabe wäre auch hier hilfreich.

 So, Leute, aber jetzt mal ans Eingemachte:

 Warum wurden (angeblich) 2013 (genau recherchiert!!!) 210 Menschen zu Milliardären? Abgesehen von den Verbrechern und ihren Organisationen (Mafia, Scientology und andere), denen das gelang (die aber ihre Zahlen sicher nicht publizieren, die also hier wohl nicht gemeint sind) sind das doch meist ehrenwerte Leute oder Unternehmen mit ehrenwerten Geschäftsideen (ich denke da an SAP, die Unternehmen wirklich nur Gutes tun), die genau solche Wesen, wie jene, die sich darüber aufregen, daß andere einfach über mehr Geld verfügen können als sie selbst, mitfinanzieren, durch ihre Steuern, zum Beispiel!

Wenn wir einer so schwachsinnigen Organisation wie z.B. FACEBOOK auf den Leim gehen – ja, darf ich da Mr. Zuckerberg ankreiden, daß er mit nimmt, was kommt? Daß er von meinen primitiven Trieben, die ich auf FB auslebe, einen Profit abschöpft?

 Er ist doch ein ehrenwerter Kaufmann, oder nicht? Oder gehen wir auf FACEBOOK, weil wir da einer wohltätigen Institution einen Gefallen tun wollen? Mein Fazit: Heucheln, wenn es sein muß, aber … hier paßt es nicht – Zuckerberg mag noch so manches Zuckerstückchen auf den Berg häufen, ich mag es ihm gönnen!.

Dann: Unter denen, die auf legale Weise und mit oft wirklich revolutionären Ideen SERIÖS reich werden (und das sind wirklich nicht wenige und nicht gerade die Dümmsten und nicht gerade die größten moralischen Schweinehunde, denn diese zieht es eher in die Politik, oder?!) verdanken wir den Fortschritt, der uns allen täglich nutzt – also warum die Hand beißen, die uns nährt?

Dann: Wenn immense Vermögenszuwächse auf dem Papier bestehen – sei es Aktienbesitz, ein Picasso im Wert von ??? Millionen, Paläste, Yachten etc. dann sollte bitte nie vergessen werden: Was für einen Kaufmann einzig zählt, ist die Liquidität!

Und da stehen manche angeblich Vermögende ganz schön nackt da: Nur wenn ihnen jemand gegen Bargeld die Yacht, den Palast, den Goldbarren abkaufen würde, im Notfall, hätten sie wirklich Bargeld. Oder wenn eine Bank ihnen dieser Werte beleiht, ja, auch dann. Sogenannte reiche verwandeln also zunächst mal Bares in Sachgüter, mit allen Risiken, in der Hoffnung, dafür irgendwann wieder Bares zu erhalten, wenn es denn dringend notwendig wird – hallo, würde das der durchschnittliche angestellte, der auf FACEBOOK über Reiche motzt, jeden Monat so machen, wären die Risiken anders verteilt in unserer Wirtschaftswelt!

 Laß aber nur 2014 ein einziges Ereignis wie z.B. damals Tschernobyl in Europa oder den USA geschehen, glauben Sie mir – da sind wir alle die gleichen armen Schlucker, denn weder Goldbarren noch eine Villa noch eine Yacht kann man dann noch unkontaminiert … essen.

Dann: Alle schreien nach dem Erhalt von Arbeitsplätzen. Ja, was zum Teufel machen denn reiche Leute mit ihrem Geld? Stecken sie es ins Kopfkissen? Sie versuchen es zu investieren!

 Eine Yacht baut sich nun mal der Milliardär nicht selbst, auch seine Villa baut er nicht selbst, auch die ROLEX läßt er in der Schweiz zusammenbasteln, auch den Sakko kauft er in der Edelboutique, deren Verkäuferin sich am Monatsende über ihren Lohn plus Provision freut und diesen wiederum ihrerseits unter die Leute bringt usw.

  Last but not least: Es wird immer so argumentiert, als würde dem Volksvermögen von den – nehmen wir das mal so, damit die AutorInnen versöhnt sind – 85 Reichsten die Essenz ihrer Existenz entzogen, als gehe es den wirklich Armen so schlecht, weil da „85 Geizkrägen ihre Kohle nicht rausrücken“.

 Die Realität sieht doch ganz anders aus, und hat immer anders ausgesehen: Was den wirklich ernsthaft Recherchierenden nicht erspart werden kann, ist, die Geschichte der, ich schlage mal vor, letzten fünfhundert Jahre in Europa in Hinblick auf monetäre Macht und daraus resultierenden Einfluß zu prüfen.

  Fugger? Medicis? Katholische Kirche? Spanische Krone? Karl der Große? Ähhh ja, die Patrizier, das Bistum hier und dort… die Rothschilds, die Bank so und so …ähhh…

  Bei dieser Aufzählung kommen Sie nur mit Mühe und Not auf 85, europaweit (das es ja damals in dieser Form nicht gab, aber jetzt mal geographisch gesehen).

  Wenn wir dann die Periode seit dem Erwachen der Wirtschaftsmacht Amerika dazu zählen, okay, Wells Fargo, Reedereien, von Negersklaven finanzierte Textilmanufakturen und Konsorten, gut, dann nähern wir uns bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zugegeben der Zahl 85.

  Also: What´s new??

  Was zu der entscheidenden Frage überleitet:  Wie gehen mächtige Menschen (zu 99% Männer) und Institutionen (z.B. die katholische Kirche) denn nun mit ihrem riesigen Vermögen um, wen bestechen sie, wen kaufen sie, wie beeinflussen sie Wirtschaft, Politik, Armut und Reichtum?

  Und da möchte ich mal sehen, hören, lesen, wie all die, die jetzt ihr Maul polemisch so weit aufreißen über die ach so gemeinen Reichen, beschreiben, wie sie sich selbst verhalten würden, würden SIE selbst zu Reichtum gelangen!

  Ich möchte diese Männer mal erleben, wenn sie plötzlich selbst mächtig wären – würden sie als Allererstes ein Kirche gründen? Ein Wohlfahrtsinstitut? Indischen Frauen Nähmaschinen kaufen und afrikanischen Kindern eine Schule mit Internetzugang an den Rand des Urwalds setzen?

  Mein Fazit: Alle Jahre wieder, so wie das Christuskind, kommen die Anprangerer, weil ja nichts einfacher ist, als über bestehende Verhältnisse zu motzen. ALLE dieser Verhältnisse wurden und werden von uns Männern geschaffen, gepflegt, erhalten und befördert – ich möchte mal EINEN Motzer über reiche Menschen hören, der sich über die Verhaltensmuster beklagt, die dahinter stecken, daß ein Mann gierig ist bis zur Bereitschaft, ein Verbrechen zu begehen!

 Mein ceterum censeo: Solange wir Männer uns nicht grundsätzlich ändern, in den Verhaltensmustern, durch die wir glauben, nur echte Männer zu sein mit der Rolex am Arm im Porsche sitzend und zehn Kreditkarten im nach BOSS-Parfüm riechenden Geldbeutel, ist es so etwas von schnurz, ob da 85 oder 850 über die größten Vermögen verfügen: Es sollte die Frage zählen, WAS das für Kerle sind – und da weise ich noch einmal darauf hin, selbst zu recherchieren: Da stehen in aller Regel wirklich großartige Männer und Institutionen dahinter, nicht immer, aber immer öfter zum Beispiel kann ich das hier tippen, speichern, online publizieren, weil da mal ein in verschlampten Klamotten rumlaufender Teenie namens Bill Gates mit ein paar Dollars für die nächsten Hamburger in der Tasche eine Idee hatte – he, wie ich ihm den Erfolg gönne!).

  Haben wir Männer inzwischen so wenig Selbstvertrauen, daß wir nicht mehr an uns selbst glauben, an den Anstand, der uns angeboren ist?

 Oder … ist er das gar nicht?

 Sie sind eingeladen, mir zu widersprechen – danke!

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Der deutsche Mandela? Von Gauck und dem kantschen „Gaukler an sich“

Er sprach wieder mal pastoral und mit der Wirkung einer Schlaftablette im edlen Zwirn, zum gleichen Thema: Mehr Verantwortung übernehmen in der Welt, Inder & deutsche Kinder eingeschlossen.

Heute schwadronierte Ihre Hoheit mal zur Abwechslung in einer Universität in Indien („heute hier, morgen dort / bin kaum da, muß ich fort“ = Hannes Wader) … durch die Limousinenfenster ein wenig den Bettlern zuwinken vorher und nachher, und ab die Post!

Er „gau(c)kelte“ uns wieder einmal perfekt Staatsmännigkeit vor, so daß sich eine indische Beobachterin in einem Interview, das vor etwa einer Stunde im DEUTSCHLANDFUNK ausgestrahlt wurde, dazu hinreißen ließ, ihn als den «deutschen Nelson Mandela» zu bezeichnen – PR und Marketing sind und bleiben die Branchen der Gegenwart und offensichtlich auch der nahen Zukunft. Angie M. – du bist Meisterin im Strippenziehen!

Natürlich kommt ein behäbiger, gemütlicher, so gut wie nie lachender, stets besorgter Ex-Pastor „gut rüber“ in Afrika, in Indien – besuchte er doch eine Nation, in der das Alter schon allein des Alters wegen geehrt wird.

Hierzulande sehen wir das ein wenig anders: Alter schützt vor kaltblütiger Berechnung, vor Massenmanipulation, vor Wegbereitung für neue Geschäfte der unterschiedlichsten Lobbies eben so wenig wie (seit jeher) vor Torheit.

Wir sollten uns sehr, sehr genau vornehmen und beobachten, was sich da momentan anbahnt in der deutschen Politik, wo „et Mutti“ immer noch die Strippen zieht.

„Lieber rot als tot!“ – erinnern sich noch einige an diesen Slogan? (Wurde in den Fünfzigern im Zuge der Bundeswehr-Aufrüstung von klugen Köpfen als Wortspiel aus „lieber tot als rot“ kolportiert, einem NAZI-Spruch.)

DAS ist also mein Wahlspruch für heute, Herr Gau(c)k(ler): Die Völker hören die Signale, aber … sie gefallen ihnen nicht («sie» einmal klein geschrieben, für die Signale, und dann groß geschrieben, für SIE, Herr Bundespräsident!

Wir schauen Ihnen auf die Finger, was Sie schreiben und spitzen unsere Ohren für das, was Sie sagen, was hiermit geschehen ist – quod erat demonstrandum, für den gebildeten Kirchenmann…

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Arbeitswelt – Im gesamtdeutschen Alltag Nebenstellen telefonisch erreichen

Jetzt reicht es mir! Hochbezahlte MitarbeiterInnen bei Verlagen, beim Finanzamt, bei Behörden jedweder Couleur, bei Ämtern, bei Banken, bei deren Namensnennung schon die Ahnung auftaucht, daß sie oder er dort Engagierte für einen fünfstelligen Betrag p.a. seine Zeit mit innerer Selbstpensionierung totschlägt, erreiche ich sie oder ihn nicht, so, als gäbe es sie oder ihn nicht … läßt Herr Kafka grüßen?

Als ich in den 1970ern/1980ern als Unternehmensberater die Welt unsicher machte, bleuten wir es den Teams in Unternehmen ein: „Erreichbar sein oder aber mitteilen, wann und wo Sie erreichbar sind, ist das Gebot der Effizienz und der Zuverlässigkeit!“

Pustekuchen – als Geschäftsmann müßte ich mir heute, 2014, eigentlich die Hände reiben, weil ich die gleichen Trainingsprogramme ohne die geringsten Änderungen für Tausende von Euros zum zweiten Male so verkaufen könnte, als wären es neue Erkenntnisse, denn es hat sich nichts geändert … tüüt…tüüt. tüüt.. for ever?!

Die MitarbeiterInnen in Institutionen und Unternehmen müssen nach wie vor trainiert werden, diesen schlichten, einfachen Satz in die Praxis des Arbeitsalltags umzusetzen: „Ich bekomme mein Geld von denen da draußen, nicht vom lieben Gott! Und „die da draußen“ sind KundInnen, Mitglieder (das genderkorrekte Äquivalent ist noch nicht formuliert), AntragstellerInnen, InvestorInnen, potentielle NeukundInnen, die mich erreichen wollen und müssen.“

Autiatur et altera pars: Dem alten römischen Rechtsgrundsatz folgend, mögen folgende Erklärungen hilfreich sein:

„Himmel, ich bin so voll mit Arbeit, daß mich die dauernden Anrufe stören – ich will mich einfach mal auf meine eigentliche Arbeit konzentrieren und laß den Scheißapparat einfach klingeln!“

Oder: „Oh je, die Nummer kenn´ ich, das ist wieder dieser Schwachkopf, der mich nervt mit seiner…“

Oder: „Wenn ich den halben Tag am Telefon hänge mit der und dem, dann bräuchte ich drei halbe Tage, um meine Arbeit zu erledigen!“

Oder: „Wenn ich auf´s Klo muß, muß ich auf´s Klo und werde den Teufel tun, davor jedesmal auf die Box umzuschalten..!“

Bleibt aber die Frage: Wie gehen wir damit um, daß wir alle einerseits Anrufende, andrerseits angerufen Werdende sind und jeweils Frust bei denen hinterlassen, mit denen wir nicht sprechen können, weil sie einfach nicht erreichbar sind?

Gibt es Standardlösungen? Oder weise ich hier auf ein Problem hin, das in den betriebsinternen Konferenzen, in den «Supervisionen» einfach zu kurz kommt, weil es keine Standardlösungen gibt?

Manche ArbeitnehmerInnen mögen sich nicht immer Tatsache bewußt sein, daß auch ihr Einkommen davon abhängt, daß Anrufende telefonisch zu ihnen durchkommen – in Zeiten gnadenlosen Wettbewerbs und einer oft absoluten Vergleichbarkeit der Angebote zählt der Ruf, das «Image» eines Unternehmens oft als einziger Vorsprung im Markt, in dem es in aller Regel nur noch um einen rigorosen Preiskampf geht.

Aber wie steht es mit denen, deren Arbeitsplatz nicht davon abhängt, ob der Ruf ihres Hauses exzellent ist oder nicht? Kontrolle von oben? (Es wird ja immer wieder die Anekdote erzählt, daß Chefs mit verstellter Stimme von außen im eigenen Unternehmen anrufen um festzustellen, wie denn mit Anrufenden umgegangen wird).

Alternativvorschläge? Erbeten von einem, der, während er hier hackt, das Telefon neben sich liegen hat und hört, wie ein gewisser Herr Meier gesucht wird … tüüüüüt.. tüüüüüt.. tüüüüüt..

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„Oh je, was ist denn das für eine!?“ Ein Plädoyer für Achtsamkeit und Respekt im Alltag. (M)ein Beitrag zur Toleranzdiskussion

© 2014 by Hugh F. Lorenz (Alle Rechte vorbehalten / Nachdruck nur mit Genehmigung des Autors)

 Heute Vormittag, im Nahver­kehr­szug nach Basel.

Eine junge Dame steigt ein, so um die zweiundzwanzig, kaum mehr.

Korpulent mit wohligen, aus­landend überquellenden For­men, schwarz gekleidet, ein Rock bis knapp unter die Schamgrenze, Nasen­piercing und STEIFF-Knopf-im-Ohr. [1])

Ein kurzer Blick auf mich, ein nicht unfreundliches Lä­cheln. Dann wieder das be­rühm­te Abtauchen in welches «??Pod/Pad» auch immer.

Der ach so tolerante Herr Lorenz denkt sich: „Oh je, und diese Generation soll ein­mal..?!“

Zeitsprung

Zehn Minuten später: Wir sind im Gespräch, zufällig hi­nein­gerutscht nach der Fahr­scheinkontrolle.

Und siehe da: Sie haßt dieses Nasenpiercing, aber sie hat vor fast einem Jahr eine Wette verloren, das war eben der Einsatz.

Und sie hackt wie verrückt auf ihrem ??POD, weil ihre Oma in Berlin heute ganz früh am Morgen operiert wurde und sie auf dem laufenden sein will, wenn sie aus der Narkose aufwacht.

Und sie ist auf der Fahrt zu einem Vorstellungsgespräch, des­halb diese absolut unmöglichen Klamotten, am liebsten trägt sie Jeans und weite Pullover, aber eben, was sein muß, muß sein.

Ein tolles Gespräch, eine blitzgescheite, hellwache junge Frau, wie sich herausstellt.

Der ich – zumindest in Ge­dan­ken – absolut Unrecht getan hätte mit meiner ersten Einschätzung.

Heinz Z.

Als sie ausstieg, mußte ich an meinen mittlerweile sehr langjährigen Freund Heinz Z. denken: Als ich ihn kennen­lernte – er wurde mir als abso­luter Bauspezialist vorgestellt – trug er das an den Füßen, was in der Schweiz «Zoggeli» ge­nannt wird, eine Art hol­län­discher Holzpantinen.

Darin kam er dann auch zwei Tage später zum Geschäfts­essen und dann wieder zur Sitzung mit Geldgebern und und und…

Ich schämte mich, offen gestanden, ein wenig für ihn, denn immerhin segelte er eine Zeitlang unter unserer Firmen­flagge.

Erst eine Reihe von Auf­trägen später – Heinz hatte sich inzwischen als ein hoch­kom­petenter Pfundskerl und Kol­lege erwiesen – wagte ich ihn darum zu bitten, doch bei der nächsten Sitzung mit dem und dem ein paar ordentliche Schuhe zu tragen – und ICH erlebte mein Waterloo!

Denn: Heinz litt (leidet, denn ich hoffe, er lebt noch) an einer angeborenen Fußkrankheit. Er hatte alle möglichen Schuhe ausprobiert, orthopädische woll­te er nicht tragen, um nicht bemitleidet zu werden.

Bis er eines Tages ent­deckte, daß genau diese «Zoggeli» die idealen Geh­werk­zeuge für ihn waren.

Beschämt

Ich war damals zutiefst beschämt.

Und auch heute, im Zug, war ich das: Was geht denn in uns vor, wenn wir uns fremde Menschen gnadenlos «scan­nen» und glauben, sie dann bereits nach einigen Sekunden genau einordnen zu können?

Was tun wir unseren Mitmen­schen damit an und auch uns selbst, wenn wir glauben, dick ist gleich dumm und klein ist gleich frech und Tatoo ist gleich bildungsfern und kurze schwar­ze Röcke bis zur Schamgrenze sind gleich «Betthupferl» und Rumäne ist gleich ungebildeter Blutsauger und und und…?!

Was tun wir uns und anderen an, wenn wir insgeheim wün­schen: „He, gib doch, Herr, daß sie oder er so ist wie ich!“

Prof. Higgins aus «My fair lady» kommt mir in den Sinn: “Why cant women be like men..?!”

Aber auch Graucho Marx, der selbstkritisch bemerkte: “Also, einem Club, der MICH als Mit­glied aufnehmen würde, möch­te ich nicht angehören..!”

Mein Fazit

Laßt uns einfach anständig miteinander umgehen!

Laßt uns unsere Biographien erfragen, ehrlich neugierig, das, was uns zu dem macht, was wir gerade sind (und dabei vielleicht gar nicht sein wollen).

Laßt uns mit anderen so gnädig umgehen, wie wir das doch – Hand auf´s Herz! – mit uns selber ständig tun (Herr Lorenz zumindest ist ein Künstler darin, ständig hervor­ragende und überaus glaub­würdig klingende Erklärungen für seine oft wirklich ir­ra­tionalen Verhaltensweisen zu erfinden, das, was die Psy­chologen «Rationalisierung» nennen.

Laßt uns die Meßlatte, die wir an die Persönlichkeit unserer Mitmenschen – inklusive Frau Merkel, Herrn Gabriel, Herrn Obama und Monsieur Hollande und an sie oder ihn «da oben» anlegen, auf ein ehrliches, menschliches Maß schrumpfen – nicht an Herrn Lorenz soll der Wert einer oder eines anderen gemessen werden, oder?

Ein Nietzsche-Zitat paßt hier punktgenau:

„Wer etwas Neues wirklich kennenlernen will (sei es ein Mensch, ein Ereignis, ein Buch), der tut gut daran, dieses Neue mit aller möglichen Liebe auszunehmen, von allem, was ihm daran feindlich, anstößig, falsch vorkommt, schnell das Auge abzuwenden, ja, es zu vergessen; so daß man zum Beispiel dem Autor eines Buches den größten Vorsprung gibt und geradezu wie bei einem Wettrennen mit klopfendem Herzen danach begehrt, daß er sein Ziel erreiche. Mit diesem Verfahren dringt man nämlich der neuen Sache bis an ihr Herz, bis an ihren bewegenden Punkt: Und das heißt eben, sie kennenlernen. Ist man soweit, so macht der Verstand hinterher seine Restriktionen; jene Überschätzung, das zeitweilige Aushängen des kritischen Pendels, war eben nur der Kunstgriff, die Seele einer Sache kennenzuler­nen.“ [2])

Eine Spur mehr Liebe, eine Spur mehr Mut, eine Spur mehr Zuhören, eine Spur mehr „ja, DU, Schwester, Bruder, bist hier unten genauso wertvoll und wichtig wie ich – also erzähl´ mir von dir!“

Zugfahren lohnt sich – in einem dicken Mercedes, alleine auf der Autobahn hätte ich nie von Omas Operation erfahren und warum junge Frauen kurze, schwarze Röcke tragen…

[1]) Jüngere LeserInnen werden sie nicht mehr kennen, die Stofftiere der Firma «Steiff», deren Markenzeichen ebn der berühmte «Knopf im Ohr» war, in den 1960er ein Renner

[2]) Friedrich Nietzsche, in: Menschliches – Allzumenschliches (Der Mensch mit sich allein)

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Spiegel unserer Seele

Immer häufiger in den letzten Monaten fällt mir auf, daß ich vor allem in meinem Gesicht gelegentlich ein seltsames Ziehen verspüre, so, als packte da eine unsichtbare Hand meinen Kopf und würde an ihm drücken, ihn verdrehen. Es ist, als würden zum Beispiel meine Kieferknochen gedehnt oder gepreßt, Auch Veränderungen an meiner Stirn fühle ich und häufig auch solche rund um die Augenpartie. Kurzum: ich bin mir sicher zu erleben, wie sich meine Schädelstruktur ändert!

Das wäre für sich betrachtet nichts Außergewöhnliches, denn daß sich unser Äußeres ändert, ist ja eine offensichtliche Tatsache: Du triffst jemanden, den du seit langen Jahren nicht gesehen hast und stellst fest, daß da … etwas verschoben, verlagert ist;
nicht so sehr an der Figur (der Kleine wird immer noch klein sein und die Lange immer noch lang), aber zuallererst im Gesicht, im Minenspiel, in der Haut usw.

In solchen Momenten trifft uns stets die Erkenntnis, daß Zeit räumlich wirkt, und daß geistige Prozesse, daß Erlebnisse sich inkarnieren (von „carne“, dem Fleisch, daß sie also „ins Fleisch gehen“, wobei das natürlich auch die Knochen betrifft, zum Beispiel die des Schädels);

ja, daß uns jede Stunde unseres Tages nicht nur mit Blick auf den Kalender altern läßt, sondern durch unzählige, tägliche Mikroprozesse im Wechselspiel zwischen dem, wie wir leben, was wir denken und sprechen und dem, was sich dadurch in unserer Physiognomie ausdrückt (denn meine oben beschriebenen Empfindungen fühlen sich an wie ein unausweichlicher, energischer, bestimmender Druck).

Diese Vermutung erscheint mir insofern besonders schlüssig, als ich diese Veränderungen, dieses seltsame Ziehen besonders in Momenten großer emotionaler Bewegungen bei mir feststelle, in jedem Sinne, seien es große Glücksmomente oder aber Traumata. Dem Zornigen wächst die „Zornesader“, dem Griesgrämigen, Mißtrauischen, Enttäuschten ziehen sich die Mundwinkel nach unten, von Stunde zu Stunde, von Jahr zu Jahr, der zutiefst Trauernden hängen die Tränensäcke im Gesicht wie hilflose Fragezeichen, und so weiter. Das energische, harte Kinn, die zusammengepreßten Mundwinkel entwickeln sich stündlich, täglich, werden letztlich zu unbestechlichen Zeugen dessen, was unser wahres Wesen ist, das, was wir hinter den Kulissen verbergen wollen – und dabei ist doch unser Gesicht dazu wohl am schlechtesten geeignet, weil es ein unbestechlicher Spiegel ist, keine tote Kulisse.

Nun ist all dies ja keine neue Entdeckung. Interessant erscheint mir aber besonders in diesen unruhigen, wie von permanenten Peitschenhieben durch immer neue Sensationen angeheizten Alltagsatmosphäre des modernen Menschen, eine Idee weitergeben zu dürfen: Wenn wir gelegentlich – oder bitte: immer öfter! – diese permanenten Veränderungen ruhig beobachten, helfen wir unserer Seele, die Stimmigkeit herzustellen, derer sie bedarf. Denn wenn wir zum Beispiel eigentlich traurig, verbittert, deprimiert durchs Leben gehen, aber gegenüber unseren Mitmenschen vortäuschen wollen, wir seien glücklich, entsteht eine Spannung zwischen Sein und Schein.

Der tägliche Blick in den Spiegel kann aber zu einer aufregenden Begegnung mit der wunderbarsten Frau, dem interessantesten Mann der Welt werden, wenn wir uns dabei anlächeln, unabhängig davon, mit welcher Miene wir in diesem Moment vor den Spiegel treten. Es ist wie bei dem Gedanken in der Schlüsselszene von „Nathan der Weise“, als Nathan dem Sultan (rhetorisch) entsetzt die Frage entgegenschleudert, ob denn der Ring nur nach innen und nicht nach außen wirke – nein, Wahrhaftigkeit, Stimmigkeit ist wie Licht und wie Liebe, sie durchdringt alles und wirkt durch alles.

Als Ergänzung zu der Ermunterung durch Horaz „sapere aude!“ („Wage es, weise zu sein“) sollten wir es wagen, zudem noch glücklich, entspannt, nachdenklich, besonnen zu sein. Denn dann können wir sicher in ruhigen Stunden den spannenden Vorgang beobachten, wie unsere Schädel liebevoll umgeformt werden und unsere Gesichtszüge liebevoll das spiegeln, was uns unsere Seele tatsächlich sagen will…

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Aufnimmerwiedersehen, Herr Sharon!!!!!

Herr Sharon hat uns verlassen.
Jeder Tod eines Mitmenschen ist mit Respekt zu sehen und sollte keine Häme herausfordern.
Was ich mir aber erlaube zu schreiben ist: Es hat uns jemand verlassen, der nicht besser war als die deutschen Nazis, deren Massaker letztlich indirekt dazu geführt hatten, daß es Israel als Staat überhaupt gibt.
Sharon war ein Schlächter, ein Macho, ein Möchtegern-Adam, der genauso emotional-irrational primitiv vorging wie diejenigen, die in Deutschland Konzentrationslager errichteten.
Her Sharon war in der Verfolgung seiner schwachsinnigen Ideologie, Israel auf Kosten vor allem der Palästinenser, aber auch aller anderen Nachbarn ringsum stark zu machen – Mossad sei Dank – unbelehrbar, herzlos, ein Auslaufmodell jener Politiker, auf die die Weltbühne verzichten kann.
Gott hat ihn nicht ohne Grund jahrelang – …GOTTLOB … aus dem Verkehr gezogen (Koma), was seiner Seele hoffentlich eine Lehre war.
Nein, ich kann nur als Mensch zu Mensch Bedauern über seinen Tod empfinden, aber keine Spur von Bedauern, daß ein weiterer unbelehrbarer, Haß predigender und lehrender wohlgenährter sogenannter Politiker de-inkarniert wurde: Danke, daß da einer weniger ist, der keine Hand reichte, sondern Herrn Kalaschnikow zu mehr Umsatz verhalf, danke, daß ein Hasserfüllter weniger hier unten wandelt!
Herr Sharon, Herr Lorenz trauert ihnen nicht nach, sondern ist froh, daß Menschen Ihrer Art allmählich… wegsterben!

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Atemlos…!!! Ab hier und jetzt verändern wir die Gesellschaft – induktiv!

Oh je, diese Wissenschafts­sprache – «induktiv», wat´n dat nu wieder?

Am einfachsten erklärt durch das Gegenteil, nämlich durch den Begriff «deduktiv».

Was – vereinfacht formuliert – bedeutet: Von oben nach unten, während induktiv eben von unten nach oben bedeutet.

Marsch durch die Instanzen

Die Realos der Grünen haben uns das jetzt jahrzehntelang gezeigt: „Ja, es klappt!“

Mit Zähigkeit, mit Geduld – induktiv, von der Basisarbeit zum Mitbestimmen!

Und jede und jeder derjenigen, die heute in dunkelblauen Nadel­streifen oder im kleinen Schwar­zen, aber mit grüner Gesinnung in verantwortlicher Position agieren, haben sich auf dem Weg zu dem, was sie heute sind, mit Sicherheit in ihrer Persönlich­keits­struktur verändert, sind gereift.

Darwin hätte seine Freude an ihnen: Nicht der Stärkste überlebt, sondern die / der am besten Angepaßte. Und dies nicht im Sinne von «sich unter dem Druck von oben anpassenden «Duck­mäusern», sondern im Sinne von: „Ich weiß jetzt, was angeblich nicht geht und finde heraus, wie es doch gehen könnte!“

Ruhig atmen!

Da können wir ALLE einen aller­ersten Schritt tun: Den Druck aus unseren kleinen, simplen Alltags­aktivitäten rausnehmen!

Hier das, was ich in meinem Buch «Wirtschaft. Arbeit. Menschen» [1]) zum Thema «Atem» geschrieben habe:

 

Atem

Frage:
„Wird die Bedeutung einer geregelten Atmung im beruflichen Alltag überschätzt?“

Beobachtung:

Menschen, die in Berufen tätig sind, in denen sie in Sekunden und Minuten energisch handeln müssen, wie bei der Feuer­wehr, der Polizei, den Sanitäts- und Notarztdiensten, werden bestätigen: Wenn es darauf ankommt, mußt du besonders ruhig sein und vor allem – keine Atemhektik!

Und was für ein Geheimnis steckt hinter unserem Atem!

25920 Jahre braucht die Sonne, um bei ihrem Kreislauf durch den Zodiak den Frühlingspunkt zu erreichen („Präzessions­zahl“).

72 ist die Zahl der Pulsschläge eines gesunden Menschen in der Minute, in der er achtzehnmal atmet. Das macht am Tag 18 mal 1440 Minuten = 25920.

Die Zahl 72 gilt den Hindus als Symbol des Menschenlebens, dessen Durchschnitt auf 72 Jahre festgelegt wurde, was wiederum genau … 25920 Tage ergibt.

Und dann gibt es wieder Zusammenhänge zwischen 25920 und dem Ton des Normal-A. Denn klingt ein bestimmtes A eine Sekunde lang, dann schwingt der Tonerzeuger 432 mal (ein indisches Tatwa = 432 Atemzüge) – eine Minute lang, dann 25920 mal. Das um zwei Oktaven tiefere A wird in vier Minuten 25920 mal schwingen – 4 Minuten ist 1 Grad der Erdrotation…

Unsere Atemzüge verbinden uns nicht nur durch die eingeatmete Luft mit dem Universum. Sie verbinden uns auch auf der spirituellen Ebene mit universalen Rhythmen und Schwingungs­mustern – was für ein wichtiger Hinweis darauf, daß wir auch sorgfältig mit dieser „Nabelschnur“ umgehen sollten!

Innerhalb von Sekunden kann dann ein Wunder geschehen: Es ist, als hielten wir die Zeit an, als verlangsame sich alles Geschehen um uns herum, wenn wir statt Hyperventilation r u h i g atmen!

Eine spürbare Beruhigung tritt ein, auch wenn rings um uns die Wände wackeln.

Wer immer sich mit Yoga oder mit Meditationstechniken beschäftigt, bestätigt die Wechselwirkung zwischen Atmung und Bewußt­seinszustand. Das Gegenteil – Hyperventilation – belegt diesen Zusammenhang: Seele in Panik…!

Ruhig und gelassen und bewußt einatmen, die Lungen mit frischer Luft füllen, um dann wieder lange und sorgsam auszuatmen, den letzten Winkel der Lungen von verbrauchter Luft zu säubern, ist ein wunderbares Erlebnis, vermittelt uns in wenigen Augenblicken spürbare Ruhe und Gelassenheit, vermittelt uns Distanz selbst zum hektischsten Geschehen rings um uns.

 

Schlußfolgerung:

Wie ein Feuerlöscher im Brandfall steht uns das Instrument kon­trollierter Atmung vierund­zwan­zig Stunden am Tag und jeder­zeit abrufbar zur Verfügung, beson­ders, um mit Krisen­situ­ationen, Schocks und übermäßigem Streß besonnen umzugehen.

„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie…“ läßt Goethe seinen Mephisto sprechen – einfach mal testen, zurücklehnen, wenn wir gerade kurz davor sind zu explo­dieren, höchstens (!) achtzehnmal in der Minute ein- und ausatmen [2]) und der verflixte, nervensägende Kunde mit seiner unverschämt vorgetra­genen Reklamation verschwindet im Univer­sum und taucht erst nach 25920 Jahren wieder auf (bis dahin sind wir in Rente und jemand anders kümmert sich um die Sache).

Erinnern wir uns an das, was Eric-Emanuel Schmitt Omar Sharif, seinen «Monsieur Ibrahim“ im Film «Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran» sagen läßt: „Die Langsamkeit, sie ist das Geheimnis des Glücks!“ [3]) (Zitat Ende)

Künstliche Hektik

Als begeisterter Hörer des DEUTSCH­LANDFUNK fällt mir im­mer wieder auf, wie selbst die hochprofessionellen Damen und Herren ModeratorInnen und Spre­cherInnen sich «verhaspeln», ver­sprechen, bei Worten, die täglich –zig Mal verwendet werden, wie sie da ins Stottern kommen;

Es fällt mir auf, als Beifahrer, wie im Sinne des Wortes «atemlos» der Fuß von ansonsten wirklich groß­artigen, besonnenen Frauen und Männern gnadenlos auf dem Gaspedal sitzt, mit sechzig in der 30-er-Zone, wenn es denn sein muß, weil… ja… weil??

Nun ist ja bekannt, daß hek­tisches Auftreten, ständig unter Zeitdruck stehen und immer und überall gefragt sein, sozusagen als Synonym galt für: „He, die / der hat es geschafft!“

Denn das, was so lange Zeit als erstrebenswert galt, weil sich hinter dem Begriff schlichtweg nur Geld zu verstecken schien («Manager/in!!!») muß ja, nach allgemeinem Verständnis, mit Menschen zu tun haben, die dem entrinnen konnten, was doch, Hand auf´s Herz, als schlimmste Vorstellung die meisten von uns plagt: „Kein Schwein ruft mich an / keine Sau interessiert sich für mich..!!“

Warum glauben wir denn, bitteschön, es nötig zu haben, permanentes Gefragtsein vorzu­täu­schen, um bewundert zu werden?

Warum, überhaupt, wollen wir denn «bewundert» werden?

Was ist denn los in unserer Gesellschaft, daß wir es zulassen, daß unsere Mitmenschen sich uns gegenüber beweisen müssen – oder zumindest glauben, das zu müssen?

Was ist denn los in unserer Gesellschaft, daß aufgeregte, vernetzte, ständig Nachfragende und anscheinend Nachgefragte nachsichtig behandelt werden („Ja, ja, nimm nur ab, ich warte!“)?

Atemlos

Lassen Sie uns nicht in das angeb­lich atemberaubende Aben­teuer des modernen Alltags zerren von ach so cleveren Institutionen, von hektisch, in Millisekunden über den Bildschirm zuckenden Werbe­spots, von Unternehmen, die unseren IQ offensichtlich als unter dem einer Milchkuh stehenden zu halten scheinen und uns bombar­dieren im Zehntelsekundentakt;

nicht von spätpubertierenden Mar­ke­ting­mana­gern, die uns im schwar­zen BOSS-Anzug mit schwar­zen Schu­hen, schwarzen Socken und blöde grinsendem Standard­lächeln und Standardfloskeln vor­gaukeln, irgend etwas von dem, was sie von sich geben, würde wirklich von ihnen persönlich stammen.

Leute: Laßt uns die Luft rausnehmen, den Dampf, den Druck, die künstliche Beschleu­nigung unseres Alltags, die letztlich doch nur eines bewirken soll: Uns zu betäuben, damit wir leichter manipulierbar sind!

Lassen wir uns nicht mehr ins Atemlose katapultieren.

Und was uns von «et Mutti» Angies so geliebter schwäbischer Hausfrau ebenso bestätigt wird wie vom Oldenburger Bauern oder vom sächsischen Handwerker: „Leute, in der Ruhe liegt die Kraft!“

Aber das wissen wir doch alle seit langem, oder?

Warum lassen wir uns aber dann immer wieder hineinzerren in eine künstliche Hektik, die der / dem Deutschen zwischen Passau, Rostock und Sylt doch so gar nicht entspricht?

 

 



[1]) Hugh Lorenz, Wirtschaft. Arbeit. Menschen. Was Menschen in der Arbeitswelt bewegt und worauf es jetzt ankommt.

[2]) in kontrollierter Atemtechnik geübte Damen und Herren berichten von maximal sechs Atemzügen in der Minute, was bedeutet, daß ein Ein- und Ausatemvorgang sich über ca. 10 Sekunden erstreckt

[3]) Eric-Emanuel Schmitt, Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran. Amann Verlag (Zürich 2003). S. 83

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Vom Kind zum Manne zum Greis zum..? (1) – Gedanken zu Bewußtseinsmutationen und zu unserer heutigen Gesellschaft

Wer könnte auf die Frage „Wer bin ich?“ schon antworten: „Immer dieselbe“ oder „immer derselbe“?

Denn es ist, bei genauerem Nachsinnen, schon seltsam zu vermuten, daß mein hic et nunc, mein Hier und Jetzt, tatsächlich dasselbe sein soll wie zum Beispiel jenes, als ich ein fünfjähriger Knirps war.

Aber – was ist am heutigen Herrn Lorenz anders als am damaligen Junior, vom veränderten Äußeren und vom Ablegen von (zumindest nur noch gelegentlich auftreten­den) Kindskopfereien abgesehen?

Erwachen

Ein zentrales Unterscheidungs­merkmal scheint eine über­raschende Wachheit zu sein, ein plötzlich aufkeimendes Reflek­tieren, ein Wahrnehmen der Umwelt, das sich deutlich von der des Kleinkindes, ja noch des Pubertierenden unterscheidet.

Beobachten wir an unseren Kindern oder Enkeln diesen überaus spannenden Vorgang der Phase des Übergangs, des Heraus­lösens des Kleinkindes aus der Ichlosigkeit zur erwachenden kleinen Persönlichkeit, erkennen wir ein Muster, das sich sowohl durch die Entwicklung des Indivi­duums als auch, im Makrobereich, durch die gesellschaftliche Ent­wicklung zieht und das wir, in Anlehnung an die genialen Arbeiten Jean Gebsers zu diesem Thema, als Bewußtseins­mutati­onen bezeichnen wollen. [1])

Lassen Sie uns präzisieren, was diese – übrigens im Kindesleben bereits zweite – Mutation [2]) kennzeichnet!

Die für die Umwelt des Kindes wohl am einfachsten wahrzuneh­mende Veränderung liegt in einem zunächst marginal erscheinenden Aspekt: Im Wechsel des Sprach­gebrauchs in Bezug auf das Kind selbst – aus „Hansli Hunger!“ wird, ein vielleicht vorläufig noch gestammeltes „Ich ..Hunger…“.

Diese Entdeckung der eigenen Persönlichkeit, ja, überhaupt erst das Werden einer solchen, stellt einen gewaltigen Schritt im Leben jedes Menschen dar.

Wobei auf die Bedeutung des Wortes Persönlich­keit hinzuweisen ist, das seine Wurzel ja im «per sonare» hat, im «Durchscheinen, Durchklingen».

Die Erziehung, wie wir das nennen, sollte diesen Aspekt, der sich u.a. auch in dem äußert, was wir «Trotzalter» nennen, als Bestätigung des Aufkeimens einer Individualität sehen und es wohlwollend herauslösen aus einem er-ziehen.

Wir sollten diesen Prozeß eher fördern, denn brauchen wir nicht letztlich zukünftig vermehrt Nein-Sager/innen statt Kuschenden?!

Pubertät

Jene Zeit, in der, nach einer ironisch klingenden, aber im Grunde hervorragenden Beobach­tung „…die Eltern schwierig werden“, scheint im Makrobereich der Kulturen jene Periode zu sein, die z.B. Europa (und sein Appendix Nordamerika) in den letzten zweihundertfünfzig Jahren erleben durften.

Denn das Aufbegehren gegen (be)herrschende Zustände, die den eigenen Anforderungen an das Leben, den eigenen Vorstellungen, wie «Welt» funktionieren sollte, entgegensteht, war und ist im Grunde conditio sine qua non jeden Fortschritts, jeder Ent-Wicklung (man beachte die Klarheit dieses Wortes!)

Gebser weist in diesem Zusam­menhang auf den stolzen Ausruf des Odysseus hin, den er den Phaiaken entgegenschleudert: „Ich bin Odysseus (…)!“ – eine selbstbewußte Ichheit, die im individuellen Leben ihre Parallele im Stadium der Pubertät findet.

Parallelen und Auswüchse

Individualisierung erwies sich zunächst als Segen für die meisten Bereiche unserer menschlichen Gesell­schaft, weil sie mit Spe­zialisierung einherging, stolze, selbstbewußte Individuen hervor­brachte, ohne deren Eigensinn so manche Erfindung, manche sich als segensreich entpuppende Ent­wicklung nicht hätte gelingen können.

Da aber jede Individualisierung, aus ihrer Natur heraus, stets mit einem sich Herauslösen aus einer bestehenden Struktur einhergeht, ist sie ein schmerzhafter Prozeß für alle Beteiligten – wer würde, als Mutter oder Vater nicht jene zwiespältigen Empfindungen ken­nen, die mit jedem Verbieten einhergeht, wer als Tochter oder Sohn nicht die schmerzhaften Gefühle, den Eltern widersprechen zu müssen und dabei zugleich zu wissen, daß das neu-sich-selbst-Entdecken zugleich ein Loslösen bedeutet?

Auswüchse der Individualisierung kennen wir alle aus unserem Umfeld: Stolze, arrogante, ego­manische Menschen, denen die Gruppe nichts oder wenig zu bedeuten scheint, die geradezu autistisch handeln.

Die wachsende Zahl depressiver, schwermütiger Menschen sollte auch unter diesem Aspekt gesehen werden: Die Seele erkennt ihre Einsamkeit und betrauert die verlorengehende Geborgenheit in der Gruppe, die dem magischen Bewußtsein, das ja ein Gruppen­bewußtsein ist, eigen war, aus dem sich das Individuum nun herauslöst.

Lassen Sie uns im 2. Teil dieses Essays diese Aspekte detailliert näher beleuchten!


[1]) Jean Gebser, u.a. in: Abendländische Wandlungen, Jean Gebser Gesamtausgabe Band 1, Novalis Verlag 1986 S. 173ff

[2]) Die erste erfolgte aus dem archaischen Zustand des Säuglings in die erste Stufe der Reflektiertheit zu der des ersten Lachens, des Wahrnehmens der Umwelt mit den Kernsinnen, ein Zustand, der bisher (bei den «neuen Kindern» mag diese Phase bereits früher beginnen) spätestens mit dem ca. 7. Lebensjahr seinen Abschluß findet

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Aufruf an die Bebenden – „Yes, we can“ – wahre Männer aller Schichten, vereinigt euch!

Das Betreten von Facebook-Land vor einigen Tagen war für mich wie ein Kulturschock: Obwohl ich meine Kontaktsuche auf Menschen beschränkte, die sich im Bereich gesellschaft­lichen Verantwortungsbewußt­seins bewegen – SPDler, Links­parteiler, Gewerkschafter­Innen und Umfeld – stieß ich auf soviel Frust, Polemik, Resi­gna­tion, aber auch Aggres­sion, daß ich mich erst mal lange zurücklehnen und nach­denken mußte.

Konstruktives beitragen

Dann holte ich mir aus meiner Bibliothek Roger Garaudys «Auf­­­ruf an die Lebenden», las das Kapitel «Wie wir die Logik des Systems durchbrechen kön­nen» [1]) und verglich Garaudys visionäre Gedanken mit dem, was mir aus Facebook entge­gen­schwappte.

Immerhin dreißig Jahre alt, sollten solche Gedanken und gesellschaftliche Konzepte wie jene Garaudys eine Renaissance erleben.

Nachge­bessert, zugegeben, aber immerhin aufge­griffen in der Diskussion um eine Evo­lution unseres ökono­mischen und gesellschaftlichen Systems!

Dieter Duhms «Aufbruch zur Neuen Kultur» stand neben Garaudy Nahm ich auch zur Hand, 1982 erschienen [2]) – ja und dann, was löste diese Arbeit seither aus?

Die letzten Jahrzehnte brachten zahlreiche solcher Anregun­gen für eine Neuge­staltung unse­rer gesamtgesell­schaftli­chen Situation, überwie­gend auf hohem Niveau, denken wir nur an die Berichte des Club of Rome seit den 1960ern.

Was die Frage aufwirft: Warum fand und findet all dieses großartige Gedanken­ma­terial kaum Niederschlag in den Konzepten, die wir, die von der sogenannten «Linken», heute denen unter die Nase halten müßten, die behaupten, täglich zum Wohle des Volkes zu wirken, aber nicht erklären, wo denn bitte ihre schwarz-gelb gestri­che­nen «Zum-Wohle-des-Vol­kes-think-tanks» stehen und was sie enthalten?

Bebende

Ein an Garaudys Buchtitel angelehntes Wortspiel, zugege­ben, mein «Aufruf an die Bebenden».

Aber so erlebe ich die meisten der Persönlichkeiten, denen ich bei Facebook begeg­ne (und deren Freundschafts­angebote ich gerne und mit Respekt annehme): Bebend vor Eifer, sozusagen unter Dampf stehend, mit den Hufen stampfend, aber…

Aber eben – wohin mit dem Dampf?

Ich finde es großartig, wie sich Menschen jeder Alters­gruppe über den Tag und selbstlos über den eigenen Bauch hinaus engagieren gegen etwas – sollten wir diese Beben­den mit all ihrer Energie denn nicht für etwas Substantielles, Ausgereiftes, Durchdachtes, Erstre­benswertes begeistern können, was wirklich dauerhaft beben läßt?

Besonnenheit

Ein altmodisches Wort, ich weiß. Aber ohne sie wächst nichts dauerhaft Tragfähiges, das behaupte ich als Opa mit einer gehörigen Portion an Lebens­erfahrung.

Da wir in Adams Welt leben (einer zweifellos von uns Män­nern dominierten also), sind auch zunächst eindeutig wir Männer gefordert.

Und zwar die echten Männer, nicht die im dunklen Zwirn mit Lack­schuhen und dem Sektglas in der Hand im Foyer der Deutschen Bank beim Neujahrs­empfang 2014.

Echte Männer sind für mich Männer mit Grundsätzen.

Man muß nicht John Wayne heißen (auch nicht so laufen wie er … oh je…), um Gerad­linigkeit im Alltag zu vertreten.

Die Tugend der Besonnenheit beweisen auch junge Männer ohne Colt am Gürtel, das ist keine Altersfrage.

Aber die Kerle mit mehr Lebens­erfahrung könn(t)en bitte mal mit gutem Beispiel vorangehen!?

Ein Mann mußt tun, was…

…ein Mann tun muß. Also worauf warten wir Männer in Ost und West?!

Die LINKEN (nicht als Partei, sondern als soziale engagierte Bewegung verstan­den) brau­chen konkrete Konzepte, Ent­würfe, Ideen, wie die Stadt aussehen könnte, 2014 ff, durch die der zukünf­tige Kanz­ler Wayne mit ruhigem Gewis­sen und locker hüft­wackelnd lat­schen könnte.

Also worauf warten wir? Bis wieder ein Großgrundbesitzer auftaucht, mit rau­chenden Colts?

ICH glaube an uns Kerle, daß wir das verhindern!

Amen.



[1]) Roger Garaudy, Aufruf an die Lebenden. Luchterhand Verlag 1981. S 187 ff, mit einem Nachwort von Robert Jungk

[2]) Dieter Duhm, Aufbruch zur neuen Kultur – Von der Verweigerung zur Neugestaltung. Umrisse einer ökologischen und menschlichen Alternative. KNAUR Sachbuch 1982

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Die Mutter der Nation hat gesprochen! (abgelesen)

Erschreckend, in was für einem – demnach nur sogenannten – Deutsch sich Frau Merkel, auf die viele weltweit als Ikone blicken, in einer öffentlichen Ansprache ausdrückt!

Nun hat sie diese Ansprache ja nicht selbst geschrieben, das ahnen / wissen wir alle. Aber wer sich von Ghostwritern, die auf einem so niedrigen sprachlichen und intellektuellem Niveau agieren, Reden schreiben läßt, offenbart auf eine erbärmliche Art, daß Politik «machen» heute, so wie wahrscheinlich immer in der Geschichte, nur bedeutet: „Nehmt und freßt, oder sterbt, meinetwegen, ihr Trottel da draußen im Lande, denn meine persönlichen Schäfchen sind längst im Trockenen!“

Beispiel aus dieser großartigen Rede an die Nation: „(…) Sie zeigte besonders deutlich, was in unserem Land steckt.“ (Blöder hätte das ein Hauptschüler im vorletzten Schuljahr auch nicht formulieren können – was in Deutschland „steckt“?

Geht es noch primitiver? In Deutschland versteckt sich vielleicht manches, Angie, von dem du aber nicht zu ahnen scheinst, daß es sich in (Ver)Stecknadeln verwandeln könnte, die dich bald ganz schön pieksen!

Diese Sprachnivellierung erinnert übrigens an Ihro Gnaden Exkanzler Kohl: „Wichtig ist, was hinten rauskommt!“ – das , was in ihm steckte, kam hinten raus… oder kommt vielleicht nach seinem Tode irgendwann raus (wer spendete damals das, was vorne rein kam?)

Und dann Schwafelitits hoch drei: „Und natürlich ist fern der großen Schlagzeilen auch in unserem persönlichen Leben viel geschehen“ – wer hätte das gedacht? Es gibt tatsächlich Einzelschicksale im Fußvolk, bei den Untergebenen? Oder etwa gar in IHREM persönlichen Leben, Frau Merkel, ist viel geschehen? Zuwenig Streusel auf dem Kuchen??

Laßt uns mal, Freunde, den 14. Juli 2014 als Tag der Revolution ausrufen, an dem wir keine Guillotine aufstellen, um Angies Kopf rollen zu sehen, nein (Köpfe rollen nur in all den Ländern, in die wir dank Angie Waffen von Heckler & Koch liefern durften, aber da rollen sie wirklich, auch die von Kindern und Greisen, ah ja, wenn schon, denn schon!).

Laßt uns den 14. Juli 2014 in memoriam unserer französischen Freunde von 1789 zum Tag des Aufstands erklären, gegen die Alzheimerbrigade graumelierter Herren in den Vorstandsetagen und Bankengremien und gegen all jene, denen ihr eng begrenztes Ego als Alibi dient, um unseren Kindern und Enkelkindern eine lebenswerte Zukunft zu verbauen!

Laßt uns den 14. Juli 2014 zum Tag der Neugestaltung erklären, zum Tag des Jede und Jeder mit Jedem und Jeder Sprechens erklären, so wie damals, 1789, als eine last von den Schultern fiel: „So wie bisher kann es nicht weitergehen – WIE es weitergeht, wissen wir noch nicht, aber…“

 

 

 

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Offener Brief an Angela Merkel und Sigmar Gabriel

Sehr gehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

sehr geehrter Herr Vizekanzler Gabriel

Vom Tagesgeschäft selbst für den nicht im Politbetrieb engagierten Laien nachvollziehbar rundum absorbiert, wird Ihnen wohl auch in dieser Legislaturperiode die Zeit fehlen, sich gelegentlich zurückzulehnen und sozusagen «das große Ganze» zu überdenken, zu hinterfragen.

Es gibt jedoch in unserem Lande, in ganz Europa-, ja weltweit zahlreiche und nicht selten hochkompetente Menschen, die dieses Überlebensmittel «Besinnung auf das Wesentliche», zum Beispiel im Rahmen ihrer beruflichen Arbeit oder aber ihres gesellschaftlichen Engagements auf anderen Ebenen, kultivieren und anbieten.

Zweifelsohne arbeiten Ihnen, Frau Merkel, Herr Gabriel, parteiinterne Stabsstellen als «Denkfabriken für längerfristige Strategien» zu.

Nur: Notgedrungen muß das Resultat dieser Strategiekonzepte zu Ihrer jeweiligen Parteiausrichtung passen, kann also gar nicht objektiv, kann gar nicht neutral sein.

Bei allem Respekt vor der Arbeit Ihrer Beraterteams: Trotz allem gutwilligen Engagements sind sie der Lebensrealität ihrer Mitmenschen nicht selten entfremdet, denken und handeln aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft oder aus Ausschüssen oder Gremien heraus, deren Mitglieder selten beim Türken um die Ecke ohne Bodyguards einen Döner essen oder sich mit einem fünfundfünfzigjährigen Empfänger von Sozialleistungen in der Warteschlange vor der Kasse bei ALDI unterhalten.

So entstehen nicht selten Gesetze und Verordnungen, in denen Menschen als Objekte erscheinen. Es sei jedoch an die Aussage des gewiß auch von Ihnen beiden geschätzten Carl-Friedrich von Weizsäcker erinnert, der Menschlichkeit auf allen Ebenen anmahnte: „Was tue ich dem Mitmenschen an, wenn ich ihn in Gedanken oder in der Tat als bloßes Objekt behandle?“ (In: Studium Generale).

Die UnterzeichnerInnen dieses Offenen Briefs bitten Sie, sehr geehrte Frau Merkel, sehr geehrter Herr Gabriel, Ihr Augenmerk wieder auf die Tatsache zu lenken, daß das verläßlichste Kapital Deutschlands die Menschen sind;

daß eine Rückbesinnung auf die notwendige Stärkung dieses einzig dauerhaften Kapitalstocks und dessen Förderung die Stärke unseres Landes bedeutet hat und weiterhin sollte;

daß eben dieser Mensch im Zentrum der Investitionen stehen sollte, Investitionen in (Aus)Bildung, Kultur, Integration, seelisches Wohlbefinden (auch und vielleicht sogar besonders) am Arbeitsplatz, Gesunderhaltung trotz Streß, Achtung vor und Wertschätzung von Frauen in der Arbeitswelt, zum Beispiel, anstatt Investitionen in die Imagerettung der Deutschen Bank oder die Reanimation einer blau-gelben neoliberalen, ewiggestrigen selbstverliebten Boy-Group-Bewegung:

Jede und jeder unserer MitbürgerInnen könnte ein kleines Windrad sein im Rahmen der «moralischen Energiewende», denen die von Ihnen beiden nun geführte Regierung als beispielhaft vorangehen sollte!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrter Herr Vizekanzler: Der Mantel der Geschichte, den Helmut Kohl so pathetisch beschrieb, könnte unter Ihrer beider gemeinsamer Regierungszeit zu einem wärmenden Kleidungsstück werden, unter das sich unser (im Grunde ja nicht gerade veränderungsfreundliches, sondern eher Geborgenheit und Gemütlichkeit suchendes) Volk kuscheln könnte.

Was wir, das von Ihnen regierte Volk, herbeisehnen, weil wir es als erwachsene Bürger einer Republik mit einer achtungsgebietenden Geschichte verdient haben, ist Anstand, Aufrichtigkeit, Verläßlichkeit und Berechenbarkeit unserer Führungsriege – alles Tugenden, die, sehr geehrte Frau Merkel, sehr geehrter Herr Gabriel, in den Niederungen der Ihnen manchmal leider fernen Arbeitswelt von jeder und jedem gnadenlos und täglich eingefordert werden, von der Bäckereiwarenverkäuferin über den Handwerksmeister bis zum Bankfilialleiter!

Gleiches Recht für alle, gleiche Gesetze für alle.

Kants kategorischer Imperativ, sehr geehrte Frau Merkel, sehr geehrter Herr Gabriel, sollte die Meßlatte Ihrer kommenden Regierungsarbeit sein.

Sollte es Ihnen beiden gelingen, auch ein paar Gramm Aroma aus Goethes Gedicht «Das Göttliche» Ihrem Denken, Fühlen und Handeln beifügen zu können, hätten Sie Deutschlands Intellektuelle und Künstlerinnen und Künstler, ja, dann wohl das deutsche Volk insgesamt auf Ihrer Seite: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“

Mit den besten Wünschen für ein Gelingen Ihrer Vorhaben grüßen

Die Unterzeichner/innen

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Kleine Heldinnen und Helden 2013 Über Zivilcourage statt Schikane und über eine wiederentdeckte Menschlichkeit

Bert Brecht läßt sie singen: „Und die einen / sind im Dunklen / und die andern / sind im Licht / doch man siehet / die im Lichte / die im Dunklen / sieht man nicht!“ [1]

Whistleblowers

Im Grunde sind viele Heldinnen und Helden des Alltags, die wir als solche zunächst gar nicht erkennen, den Menschen ver­gleich­bar, die andere über Betrug oder über untragbare Zustände in Unternehmen und Institutionen anonym informieren.

Denn die verborgenen Heldinnen und Helden machen das indirekt:

Sie prangern schlimme Zu­stände stumm an, indem sie diese durch ihre eigenen Möglich­keiten spon­tan ändern oder zumindest beeinflussen, ohne groß darüber zu reden, basta.

Aber auch dadurch senden sie ein Signal in die Gesellschaft: „He, da liegt etwas im Argen!“

Kulanz

In der leider allmählich dahinwelkenden, guten alten Geschäftswelt war sie das, was wir heute ein «Marketinginstru­ment» nennen würden: Die Erledigung eines Streitfalles oder eines schwierigen Ge­schäfts­vor­gangs «auf dem Kulanzweg».

Sie fußte unter anderem auf der bewährten Philosophie «leben und leben lassen».

Sie war zum Beispiel ein wesentliches Merkmal der vielgepriesenen, vorbildlichen Kultur hanseati­scher Kaufleute.

Ich erinnere mich an einen Tip meines hochgeschätzten, langjährigen Geschäftspartners und Lehrmeisters in zahlreichen Bereichen, Prof. Horst Lange-Prollius, der mir verriet: „Wenn ich eine Rechnung über tau­send­zweihundert Mark schrei­be, dann füge ich oft einen Posten ein, den ich dem Kunden eigentlich auch hätte verrechnen können, zum Bei­spiel Telefonkosten. Ich füge ihn ein, ja, aber in der Spalte für den Betrag steht dann «Kulanz».

Grauzonenkulanz

Ein Freund, der momentan leider auf Leistungen nach dem sogenannten SGBII angewiesen ist, erzählte mir, daß die Prüfung seiner Antragsunter­lagen nach erster Auskunft von Sachkundigen Wochen hätte dauern können, wenn ihn die Sachbearbeiterin hätte schika­nieren wollen.

Darauf hatte er sich zunächst eingestellt, denn wer erwartet denn von Behörden schon Gutes!

Aber siehe da: Trotz Unter­lagen, die er nicht sofort beibringen konnte, war sein Antrag innerhalb weniger Tage bewilligt, zumindest für eine für ihn akzeptable Frist, die ihm über das Schlimmste hinweghalf.

Was in der Amtssprache der «Ermessensspielraum» genannt wird, ist nicht selten die gute alte Tugend der «Kulanz».

Nun fällt es aber dem selbständigen Kaufmann, der nur sich selbst Rechenschaft schuldig ist, nicht schwer, selbige zu zeigen.

Gibt es aber eine dritte Person, die die Einräumung einer Kulanzregelung eventu­ell sogar rügen könnte, erfor­dert es schon eine Portion Mut, teilweise sogar zivilen Ungehor­sam.

Augenzwinkernde Solidarität

Was an Härte von oben verordnet wird, wurde und wird immer wieder in den unteren Riegen derer, die oft Wahn­witziges im Alltag anwenden, gegenüber ihren Mitmenschen gnadenlos durch- und umsetzen müßten, stillschwei­gend ent­schärft.

Die Sachbearbeiterin im JOB­CENTER, die kulante Dame an der Su­per­­marktkasse oder in der Rekla­mationsabteilung, der Voll­­­­streckungsbeamte der Fi­nanz­­behörde, all die nach allgemeiner Auffassung «klei­nen Rädchen im Getriebe», sie tragen heutzutage mehr und mehr dazu bei, daß der Glaube an «Herz statt Kommerz» und an die Solidarität der kleinen Leute wieder wächst.

Sie retten keine Betriebe, erscheinen nicht in der Presse, sondern sind einfach nur Frau oder Herr Jedermann von nebenan.

Aber mir scheint, sie tragen mehr bei zur wachsenden Über­zeugung, daß wir die schlimmsten Auswüchse dessen überwinden können, was uns kaltblütige Techno­kraten und lebensferne, abge­hobene Gesetze einreden wollen: Daß erst die Vorschrift käme und dann der Mensch.

Danke!

Nur mal so, zwischendurch und aus dem Handgelenk: Danke an alle, die, auch ohne Goethes Gedicht je gelesen zu haben, nach dem Motto leben, das so schwierig zu leben ist und doch so sehr befriedigt wie kein anderes, so es uns denn gelingt, es im Alltag umzusetzen:

„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“ [2]).



[1]) Bert Brecht, Dreigroschenoper

[2]) Johann Wolfgang v. Goethe, Das Göttliche

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